Wochenrückblick KW 4: Reformbedarf trifft Realität

Die gesundheitspolitische Debatte dieser Woche stand im Zeichen wachsender Spannungen zwischen Reformansprüchen und strukturellen Realitäten. Ob wirtschaftliche Perspektiven der Heilberufe, berufsgesetzliche Modernisierung, neue Versorgungsinstrumente oder rechtliche Klarstellungen zur Vergütung: In vielen Bereichen wird deutlich, dass punktuelle Fortschritte nicht ausreichen, um den steigenden Druck auf Versorgung, Personal und Finanzierung nachhaltig abzufedern.

Wirtschaftliche Erwartungen der Heilberufe trüben sich ein

Das im 4. Quartal 2025 erhobene Stimmungsbarometer der Heilberufe zeigt eine erneute Verschlechterung der wirtschaftlichen Perspektiven. Zwar verbesserte sich die Einschätzung der aktuellen Lage leicht, doch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate gingen deutlich zurück. Insgesamt verbleibt die Stimmung klar im negativen Bereich. Auffällig sind dabei die großen Unterschiede zwischen den Berufsgruppen: Während sich insbesondere Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten erstmals seit Beginn der Erhebung im positiven Stimmungsbereich bewegen, verharren Hebammen weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Zunehmend belastend wirken politische und regulatorische Rahmenbedingungen, aber auch Digitalisierung und Arbeitszeit. Die Ergebnisse unterstreichen, dass wirtschaftliche Stabilisierung in den Heilberufen bislang nicht als verlässlich wahrgenommen wird.

Physiotherapie fordert strukturellen Neustart der Berufsgesetze

Vor diesem Hintergrund bekräftigte der Verband für Physiotherapie seine Forderung nach einer grundlegenden Reform der Berufsgesetze. Angesichts eines erheblichen Fachkräftemangels und eines seit Jahrzehnten unveränderten gesetzlichen Rahmens sieht der Verband die physiotherapeutische Versorgung an einem kritischen Punkt. Die seit Jahren angekündigte Reform wird als überfällig bewertet, da bestehende Strukturen weder den Anforderungen moderner Versorgung noch den Erwartungen des Nachwuchses gerecht würden. Akademisierung, durchlässige Qualifikationswege, eine faire Ausbildungsfinanzierung und erweiterte Handlungsspielräume gelten dabei als zentrale Bausteine, um Attraktivität und Versorgungssicherheit langfristig zu sichern.

Immer auf dem neuesten Stand mit Optica OWL

Wenn Seine keine News aus der Heilmittelbranche verpassen wollen, sind Sie bei Optica OWL an der richtigen Adresse. Wir halten Sie täglich auf dem Laufenden!

Mehr erfahren

Blankoverordnung in der Ergotherapie: Erste Daten schaffen Transparenz

Einen datenbasierten Blick auf neue Versorgungsformen liefert die erstmalige bundesweite Auswertung zur Blankoverordnung in der Ergotherapie. Der veröffentlichte HIS-Bericht macht sichtbar, wie sich die seit April 2024 geltende Regelung im Versorgungsalltag auswirkt. Die Auswertung zeigt Behandlungsmengen, Umsätze und Indikationen und erlaubt Vergleiche mit der klassischen Verordnung. Damit wird ein wichtiger Schritt zur Bewertung therapeutischer Eigenverantwortung vollzogen. Zugleich gewinnt die Diskussion um eine Ausweitung dieses Instruments auf weitere Heilmittelbereiche an Substanz, zumal eine entsprechende Auswertung für die Physiotherapie angekündigt ist.

Den restlichen Wochenrückblick finden Sie bei Optica OWL:

Jetzt lesen