Optica OWL Wochenrückblick KW 46: Fachkräftelücke akut bis chronisch

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hat ergeben, dass die Fachkräftelücke im Gesundheitswesen über alle Branchen hinweg am größten ist. Für die Versorgung der Patient:innen kann das nichts Gutes bedeuten, denn nur ein stabiles System kann anderen Stütze sein.

Im Gesundheitswesen klafft die größte Fachkräftelücke

Im Gesundheitswesen gibt es so viele unbesetzte Stellen, wie in keinem anderen Bereich: 46.000 Stellen blieben 2024 unbesetzt. Das ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), in der erstmals die Fachkräftelücke nach Branchen aufgefächert berechnet wurde. „Engpässe im Gesundheitswesen führen zu langen Wartezeiten bei Terminen“, erklärte Valeria Quispe, Referentin am IW. Sie hält gezielte Fachkräftesicherung für unverzichtbar. Es sei nötig, stärkere Anreize für ein längeres Erwerbsleben zu setzen und die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte zu fördern. Darüber hinaus gelte es, Beschäftigte ohne Berufsabschluss gezielt für Aus- und Weiterbildung zu gewinnen.

Mehr als Versorgung: Patient:innen auf Zuwendung angewiesen

Leidtragende des Fachkräftemangels sind neben den überlasteten medizinischen Akteur:innen nicht zuletzt die Patient:innen. Dabei geht es im Gesundheitswesen um mehr als Versorgungssicherheit: Medizinische Fachkräfte tragen die Verantwortung für Menschen, die auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Eine besonders vulnerable Gruppe, die in der deutschen Gesundheitsversorgung hinsichtlich Evidenz noch wenig im Blick ist, sind Palliativpatient:innen. Ihnen widmet der Deutsche Verband Ergotherapie e.V. (DVE) seine aktuelle Podcastfolge: Anika Förster und Anna Pape, beide Mitglied der AG PalliativeCare des DVE, sprechen darüber, wie Ergotherapeut:innen schwer kranke und sterbende Menschen dabei unterstützen können, ihre Lebensqualität zu erhalten. Dabei geht es um Selbstbestimmung, Teilhabe und Betätigung, denn auch am Lebensende bleiben das für viele zentrale Bedürfnisse. Die Versorgung von Palliativpatient:innen ist bisher kein Bestandteil der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeut:innen. Der DVE setzt sich für die Implementierung entsprechender Module ein, da der Umgang mit Tod und Trauer Teil der beruflichen Realität ist.

 

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Verhandlungsspielraum für Versorgungssicherheit in der Geburtshilfe

Die Versorgung von Schwangeren und jungen Müttern ist spätestens seit Inkrafttreten des Hebammenhilfevertrags am 1. November 2025 in Gefahr, wie Hebammen, Verbände und Kliniken seit Monaten deutlich machen. Dabei betont der GKV-Spitzenverband in dieser Woche das Potenzial der Neuerungen für eine deutlich bessere Versorgung gesetzlich Versicherter. So heißt es in dem Statement gar über den neuen Vertrag: „Darüber hinaus verbessert er die Vergütung für freiberuflich tätige Hebammen.“ Man nehme die Bedenken und Sorgen der Hebammen sehr ernst und verwies auf konkrete Vorschläge zur flexibleren Umsetzung des von der Schiedsstelle festgelegten Vertrages, die man bereits im September unterbreitet hätte. Der Deutsche Hebammenverband begrüßt zwar, dass die Bedenken nun ernst genommen werden, hält die Vorschläge aber für nicht ausreichend, um die Verdiensteinbußen des Großteils der Beleghebammen, die mit den Neuregelungen einhergehen, auszugleichen. „Insgesamt lässt sich feststellen, dass so die Versorgungssicherheit nicht ausreichend gewährleistet werden kann“, heißt es in einer Stellungnahme. Man hofft auf Verhandlungsspielraum für tragfähige Lösungen im Sinne der Kolleg:innen in der Geburtshilfe.

Digitale Teilhabe für mehr Gesundheitskompetenz

Um digitale Teilhabe geht es dem Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), der jetzt Partner des DigitalPakt Alter ist. Ziel des Bündnisses der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e. V. (BAGSO ) und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) zusammen mit 44 Partnern ist es, ältere Menschen beim Zugang in die digitale Welt zu unterstützen. „Digitale Anwendungen wie ePA, Videosprechstunde und Co. spielen eine immer wichtigere Rolle in der Versorgung. Es ist auch Aufgabe der Krankenkassen, die Menschen vom Nutzen der digitalen Anwendungen zu überzeugen und ihnen Hilfestellung für deren Anwendung anzubieten“, so Boris von Maydell, Vertreter des vdek-Vorstandes. So zeigen aktuelle Studien, dass mehr als 70 Prozent der Bevölkerung über eine geringe digitale Gesundheitskompetenz verfügt. Bei den über 65-Jährigen sind es sogar rund 85 Prozent.

Den restlichen Wochenrückblick finden Sie bei Optica OWL:

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