Optica OWL Wochenrückblick KW 48: Wo der Schuh drückt
Stiftung Gesundheit zeichnet richtungsweisendes Stimmungsbild
Die Stiftung Gesundheit veröffentlicht einmal im Quartal unter dem Motto „Im Fokus“ Befragungsergebnisse, die ein Stimmungsbild der Branche zeichnen und der Politik als Kompass für politische Richtungsentscheidungen dienen können. Die jüngsten Ergebnisse legen unter Heilmittelerbringer:innen den Wunsch nach besseren Aus- und Weiterbildungsbedingungen offen. Ebenso drängend ist der Bedarf an einer besseren Steuerung der Patientenströme, der sich über alle Gesundheitsberufe hinweg zeigt. Die Befragten regen ein dauerhaftes Beratungsgremium für das Bundesgesundheitsministerium an, das mit Vertreter:innen aus der direkten Patientenversorgung besetzt ist. „Die Fachleute an der Basis fordern, dass ihre Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag systematisch in die gesundheitspolitischen Entscheidungen einfließen, damit sich die Weichenstellungen auf Bundesebene enger an der Realität in den Praxen und Apotheken orientieren“, fasst Forschungsleiter Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Konrad Obermann zusammen. Ebenso drückt der Schuh bei den bürokratischen Hürden verbunden mit dem Wunsch, Digitalisierung so zu gestalten, dass sie diese wirklich abzubauen vermag. Zugleich fordern die Befragten eine Vergütung, die Kostensteigerungen realistisch abbildet und den wirtschaftlichen Druck mindert. Die aktuelle Honorierung sei nicht mehr zeitgemäß und spiegele weder die Anforderungen an die Qualifikation noch die Verantwortung in der Versorgung angemessen wider.
Stellschraube Vergütung dreht sich weiter
An der Stellschraube Vergütung soll im Jahresendspurt noch gedreht werden: Für den 18. Dezember ist der Gerichtstermin beim Bundessozialgericht in Kassel geplant, an dem es um eine angemessene und gerechte Vergütung der Physiotherapie geht. Dem zugrunde liegen Klagen gegen Schiedssprüche der Schiedsstelle Heilmittel sowohl vom GKV-Spitzenverband als auch den maßgeblichen Verbänden, welche die Angemessenheit der festgesetzten Preisparameter in Frage stellen. Dabei geht es etwa um das Heranziehen der Gehaltssteigerungen im TVÖD als Referenz für die Entwicklung der Personalkosten der Physiotherapeut:innen, die nicht festgesetzten Zahlbeträge für 2021 oder die Verwendung von Jahresleistungszeit, Praxisgröße sowie die Abbildung des Unternehmerrisikos zur Preisbildung. Auch wenn unklar ist, ob es noch in diesem Jahr zu einer Entscheidung kommt, dürfen sich die Physiotherapeut:innen im neuen Jahr über eine Vergütungssteigerung freuen: Ihre Leistungen werden ab 1. Januar um 2,49 Prozent höher vergütet. Das konnte im Rahmen eines Sondierungsgesprächs und zwei Verhandlungen bereits vereinbart werden.
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TI-Pflicht hin oder her: Digitalisierung schreitet voran
Irritation herrscht beim Thema Digitalisierung: Nachdem die geplante Verschiebung der TI-Pflicht vom 1.1.2026 auf den 1.10.2027 im Herbst überwiegend positiv aufgenommen wurde, hat der Bundesrat das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege, das unter anderem auch die Verschiebung enthält, in dieser Woche an den Vermittlungsausschuss übergeben. Anlass sind die im Gesetz geplanten Finanzierungsmaßnahmen zur Entlastung der GKV. Wichtig: Auch wenn das Gesetz nicht zum Jahreswechsel in Kraft treten kann und damit die TI-Pflicht bestehen bleibt, haben Praxisinhaber:innen keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten, da eine Nichteinhaltung der Anbindungsfrist nicht sanktioniert wird. Mit einer Entscheidung wird am 19. Dezember gerechnet. Nichtsdestotrotz schreitet die Digitalisierung unaufhaltsam voran: Der TI-Atlas 2025 im Auftrag der gematik gemeinsam mit dem IGES Institut zeigt, dass rund zwei Drittel der befragten medizinischen Einrichtungen die TI-Anwendungen als fest etabliert bewerten und sich in der Nutzung sicher fühlen. Gleichzeitig macht die repräsentative Befragung aber auch deutlich, dass noch nicht alles reibungslos funktioniert und bei Nutzung wie Aufklärung weiterhin Verbesserungsbedarf bestehen.
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