Wochenrückblick KW 8: Fachkräfte, ePA, Akademisierung & Reformen
Physiotherapie: Mehr Absolventen – aber Vakanzen steigen weiter
Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen ein anhaltend angespanntes Bild: 2025 stieg die durchschnittliche Vakanzzeit offener Stellen in der Physiotherapie von 280 auf 304 Tage. Offene Stellen bleiben damit nochmals deutlich länger unbesetzt.
Positiv ist dagegen die Entwicklung in der Ausbildung: Im Schuljahr 2024/25 nahm die Zahl der Schülerinnen und Schüler um 1,7 Prozent zu, die Zahl der Absolventinnen und Absolventen sogar um 8,6 Prozent. Dennoch kommen weiterhin 2,61 offene Stellen auf eine arbeitslose Fachkraft. Der IFK – Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten wertet die steigenden Absolventenzahlen als Signal für die Attraktivität des Berufs und als Bestätigung seines Engagements für bessere Rahmenbedingungen. Der Fachkräftemangel bleibt jedoch strukturelle Realität.
Elektronische Patientenakte: Zwischen Ernüchterung und Neustart
Rund ein Jahr nach Einführung der ePA im Opt-out-Verfahren fällt die Bilanz durchwachsen aus. Zwar ist die elektronische Patientenakte 94 Prozent der Bevölkerung bekannt, aktiv genutzt wird sie jedoch von weniger als jedem Fünften. Der Verbraucherzentrale Bundesverband spricht von einem „nicht zufriedenstellenden“ Zustand.
Kritisiert werden fehlende Mehrwerte, ein komplizierter Registrierungsprozess und unzureichende Steuerungsmöglichkeiten bei den Zugriffsrechten. Auch aus der Ärzteschaft gibt es deutliche Kritik an technischer Umsetzung und Alltagstauglichkeit.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die ePA mit einer aktualisierten Digitalstrategie attraktiver machen – unter anderem durch niedrigere Zugangshürden, digitale Medikationshilfen, Terminerinnerungen und den verstärkten Einsatz von KI-gestützter Dokumentation. Bis 2030 sollen 20 Millionen Versicherte die ePA aktiv nutzen.
Die ePA bleibt damit ein zentrales Digitalprojekt – ihre Akzeptanz entscheidet sich jedoch im Versorgungsalltag.
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Akademisierung: Mainz stärkt die Therapieberufe
Ein starkes Signal für die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Physiotherapie kommt aus Rheinland-Pfalz: An der Universitätsmedizin Mainz hat PD Dr. Ulrich Betz sein Habilitationsverfahren erfolgreich abgeschlossen und die Lehrbefugnis im Fach Experimentelle Orthopädie erhalten.
Betz setzt sich seit Jahren für die Akademisierung der Therapieberufe ein und betont die Notwendigkeit einer engen Verzahnung von Versorgung, Forschung und Lehre. Der Physio Deutschland gratulierte seinem langjährigen Mitglied ausdrücklich und sieht darin ein wichtiges Argument für die Forderung nach einer grundständigen hochschulischen Ausbildung in der Physiotherapie.
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