Zwischen TI, KI und Praxisalltag: Warum Vertrauen wichtiger wird als Technologie

KI-Anwendungen, Automatisierung und datenbasierte Prozesse prägen aktuell viele Diskussionen rund um die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Das aktuelle „Stimmungsbild Heilmittelerbringer 2026“ von Optica mit mehr als 750 Teilnehmenden zeichnet jedoch ein interessantes Spannungsfeld. Während die technologischen Möglichkeiten wachsen, wünschen sich viele Heilmittelerbringende vor allem einfache und intuitive Lösungen sowie persönliche Unterstützung.

Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass digitale Anwendungen nicht danach bewertet werden, wie innovativ sie sind, sondern welchen konkreten Nutzen sie im Praxisalltag bringen. Entscheidend ist, ob sie Zeit sparen, Abläufe vereinfachen und ohne großen Zusatzaufwand genutzt werden können.

Digitalisierung muss entlasten – nicht beeindrucken

Besonders gefragt sind Funktionen, die direkt die täglichen Arbeitsabläufe unterstützen. Bei zusätzlichen Softwarelösungen stehen Dokumentation, Patientenaufnahme, Abrechnung und Terminorganisation klar im Vordergrund. Diese Bereiche gelten für viele Praxen als die größten Hebel, um Verwaltungsaufwand zu reduzieren und mehr Zeit für die eigentliche Behandlung zu gewinnen.

Ergänzende Funktionen werden dagegen deutlich differenzierter bewertet. Die Umfrage zeigt damit erneut, dass die Heilmittelbranche keine komplexen Technologielösungen fordert, sondern Werkzeuge, die zu den individuellen Anforderungen ihrer Einrichtung passen und konkrete Herausforderungen lösen. Ausschlaggebend ist nicht die Anzahl an Funktionen, sondern ihr praktischer Nutzen im Alltag.

KI stößt auf Interesse – und auf klare Erwartungen

Auch beim Thema künstliche Intelligenz gehen die Meinungen auseinander. Die Offenheit gegenüber KI ist breit gestreut: Neben einer Gruppe klarer Skeptiker gibt es viele Unentschlossene sowie eine wachsende Zahl von Anwender:innen, die KI bereits aktiv nutzen.

Knapp ein Drittel der Befragten setzt bereits KI-Tools im Berufsalltag ein. Am häufigsten kommen sie beim Verfassen von Berichten, Dokumentationen, E-Mails oder anderen Texten zum Einsatz. Therapeutische Anwendungen spielen bislang noch eine deutlich geringere Rolle.

Bemerkenswert ist, wo KI heute bereits Akzeptanz findet: vor allem dort, wo sie sich einfach und risikoarm ausprobieren lässt. Anwendungen für Berichte, Dokumentationen oder E-Mails bieten einen niedrigschwelligen Einstieg und liefern schnell sichtbare Ergebnisse. Routineaufgaben werden beschleunigt, der Dokumentationsaufwand sinkt und der Nutzen wird unmittelbar erlebbar. Komplexere Einsatzfelder wie Therapie- oder Behandlungsplanung werden dagegen bislang deutlich zurückhaltender bewertet. Die Ergebnisse zeigen: Offenheit für KI entsteht vor allem dort, wo der praktische Mehrwert schnell erkennbar ist.

Patientenansicht in Optica Viva

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Vertrauen als Erfolgsfaktor der Digitalisierung

Für viele Heilmittelerbringende entscheidet nicht allein die Funktion einer digitalen Lösung über deren Akzeptanz, sondern das Vertrauen in deren Anwendung. Gerade in einem Arbeitsumfeld, das von sensiblen Patientendaten, korrekten Abrechnungen und hohen regulatorischen Anforderungen geprägt ist, spielen Verlässlichkeit und persönliche Unterstützung eine zentrale Rolle.

Das zeigt sich sowohl bei neuen KI-Anwendungen als auch bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Obwohl die Zahl der TI-Anschlüsse innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen ist, bestehen weiterhin viele Fragen rund um Kartenbeantragung, technische Einrichtung, Fördermöglichkeiten und die spätere Nutzung im Alltag. Gefragt sind deshalb nicht nur Informationen, sondern vor allem verlässliche Begleitung und praxisnahe Unterstützung – etwa durch Angebote wie OpticaTI, die Heilmittelerbringende Schritt für Schritt auf dem Weg in die TI begleiten.

Wie wichtig diese persönliche Begleitung ist, spiegelt sich auch in den Support-Wünschen der Befragten wider. Hilfe bei der Anwendung, feste Ansprechpartner und telefonische Erreichbarkeit werden bei der aktuellen Umfrage mit Abstand am höchsten bewertet. E-Mail-Support folgt mit deutlichem Abstand im Mittelfeld, während Chatbots und digitale Nutzerhandbücher deutlich weniger Bedeutung haben.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Schulungen. Besonders gefragt sind Webinare zu Neuerungen, Onboardings sowie Schulungen für neue Mitarbeitende. In den Freitextantworten wünschen sich viele Befragte verständliche Erklärungen, konkrete Praxisbeispiele und Unterstützung entlang ihrer täglichen Arbeitsabläufe.

Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung wächst der Bedarf an Orientierung und persönlicher Begleitung. Die Umfrage macht deutlich: Akzeptanz entsteht dort, wo Heilmittelerbringende Unterstützung, Sicherheit und verlässliche Ansprechpartner finden. Vertrauen wird damit zum Bindeglied zwischen technischer Innovation und erfolgreicher Umsetzung im Praxisalltag.

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Fazit

Die technologischen Möglichkeiten in der Heilmittelbranche wachsen kontinuierlich – von KI-Anwendungen über digitale Prozesse bis hin zur Telematikinfrastruktur. Die aktuelle Umfrage von Optica macht jedoch deutlich: Technologische Innovation allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, dass Heilmittelerbringende Vertrauen in neue digitale Lösungen entwickeln können. Diese Sicherheit schaffen vor allem persönliche Ansprechpartner, praxisnahe Schulungen und verlässlicher Support – und bilden damit die Grundlage dafür, dass digitale Veränderungen im Praxisalltag tatsächlich angenommen werden.


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