AOK bewertet Blankoverordnung kritisch: Kosten steigen deutlich
Die Blankoverordnung in der Ergo- und Physiotherapie ermöglicht Therapeut:innen seit 2024 mehr Therapiefreiheit und eine stärker patientenzentrierte Versorgung. Doch laut einer aktuellen Auswertung des AOK-Bundesverbandes fällt die Bilanz kritisch aus: Die Ausgaben und Behandlungszahlen steigen deutlich, ohne dass ein messbarer Qualitätsgewinn für Patientinnen und Patienten erkennbar sei, so die AOK. Gleichzeitig verschiebe sich die Versorgung hin zu teureren Leistungen. Die AOK fordert daher, das Instrument zu begrenzen, um Kostenentwicklung und Nutzen besser auszubalancieren.
Als mögliche Ursachen werden unterschiedliche Faktoren diskutiert. Neben einer intensiveren Nutzung der erweiterten Steuerungsmöglichkeiten wird auch auf Veränderungen in der Leistungsstruktur verwiesen, etwa eine stärkere Inanspruchnahme aufwendigerer oder höherpreisiger Therapieformen. Auch zusätzliche Vergütungskomponenten, beispielsweise für Planung und Steuerung der Therapie, können zur Kostenentwicklung beitragen.
Gleichzeitig deuten die vorliegenden Daten darauf hin, dass die erweiterten Handlungsspielräume bislang nicht durchgehend zu deutlich veränderten Therapieverläufen geführt haben. Anpassungen bei Frequenz oder Maßnahmenkombinationen fallen laut Auswertung häufig moderat aus.
Offen bleibt, wie sich diese Veränderungen auf die Versorgungsqualität auswirken und ob Kostenträger Blankoverordnungen künftig verstärkt auf das Wirtschaftlichkeitsgebot hin prüfen. Mit einer guten Dokumentation, die nachweisen kann, warum Sie sich für welche Behandlungen, bestimmte Heilmittel oder Frequenzen entschieden haben sollte eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der Kostenträger aber unproblematisch sein.
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