Berufsgesetze der Physiotherapie: Entwurf für November angekündigt
Das teilte Zeulner beim Jahresempfang des VPT am 6. Oktober im Berliner Haus der Physiotherapie mit, wie der Verband berichtet. Außerdem stellte sie weitere Entlastungen bei der Bürokratie für die Heilmittelbranche im geplanten Hilfsmittelmodernisierungs- und Bürokratieabbaugesetz (HiB) in Aussicht. Details dazu gibt es noch nicht. Aus Sicht des Verbands bietet die Reform die Chance, die Kompetenzen der Physiotherapie zeitgemäß abzubilden und die Bildungswege weiterzuentwickeln.
VPT drängt auf mehr Kompetenzen
Auf dem Empfang trafen Vertreter:innen aus Politik, Kassen, Wissenschaft und Praxis zusammen. VPT-Bundesvorsitzende Manuela Pintarelli-Rauschenbach plädierte dafür, dass Politik, Kostenträger und Gesundheitsberufe trotz unterschiedlicher Interessen gemeinsam nach Lösungen suchen. Die Blankoverordnung sei ein erster Schritt gewesen, nun müsse sie ausgeweitet werden. Die Physiotherapie brauche weitere Kompetenzen, und ein Direktzugang könne Wege verkürzen, Kosten sparen und Patient:innen schneller in die passende Therapie bringen. Als Zeichen für die Zukunft des Berufs nannte sie rund 1.200 junge Menschen, die sich über den VPT Campus dem Verband angeschlossen haben.
Steffen Gabriel, stellvertretender Bundesgeschäftsführer und Leiter Politik und Wissenschaft, äußerte sich zu den aktuellen Vergütungskürzungen. Die Steigerungen der vergangenen Jahre hätten reale Kosten abgebildet. Die Physiotherapie sei ein vergleichsweise günstiger Versorgungsbereich, der durch wirksame Behandlung an anderer Stelle Kosten spare. Wer Strukturen im Gesundheitswesen verändern wolle, brauche zudem ausreichend Fachkräfte.
84.000 Unterschriften gegen die Kürzungen
Was die schlechte Stimmung am stärksten befeuert, zeigt die Befragung ebenfalls deutlich: Für 77 Prozent der Heilberufler:innen sind politische Entscheidungen und regulatorische Vorgaben der größte Belastungsfaktor, mit weitem Abstand vor aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die knapp die Hälfte (48,8 Prozent) als belastend einstuft.
Erst an dritter Stelle folgt der bürokratische Aufwand in den Praxen. Auffällig dabei: Die Digitalisierung, in früheren Befragungen oft ein zentraler Kritikpunkt, spielt inzwischen eine deutlich kleinere Rolle, nur noch gut ein Drittel (37,5 Prozent) empfindet sie als Belastung.
Bruno-Blum-Medaille für Heidi Höppner
Zum zweiten Mal verlieh der VPT die Bruno-Blum-Medaille. Der bisherige Preisträger Roy Kühne übergab sie an Prof. Dr. Heidi Höppner von der Alice Salomon Hochschule Berlin. Der Verband würdigt damit ihren Beitrag zur Akademisierung der Physiotherapie, ihren Einsatz für durchlässige Bildungswege und für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Höppner war die erste Professorin für Physiotherapie in Deutschland. In ihrer Dankesrede forderte sie Politik und Gesellschaft auf, sich vor allem bei der Primärversorgung für einen klaren Weg zu entscheiden.
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