Schaufenster gematik: Digitales Armaturenbrett für die TI

Auf einen Blick sehen, wie die Telematikinfrastruktur (TI) und ihre Anwendungen genutzt werden und wie stark die Nutzung gewachsen ist, das ermöglicht das TI-Dashboard.

Wie fast jede technische Neuerung scheint auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens eine komplizierte Angelegenheit zu sein. Auch wenn das aus heutiger Sicht kaum vorstellbar ist, wurden auch so praktische Dinge wie Eisenbahn, Auto, Telefon, Fernsehen oder Internet anfangs heiß diskutiert und nicht von allen sofort begeistert angenommen. Die Technik läuft anfangs vielleicht nicht rund, die Benutzung ist noch komplizierter, als es sein müsste, viele rechtliche Fragen sind zu klären und Nutzer:innen müssen von den Vorteilen erst überzeugt werden.

Da kann es hilfreich sein, eine eher abstrakte Entwicklung wie beispielsweise die Einführung der Telematikinfrastruktur und die Etablierung ihrer einzelnen Anwendungen sicht- und greifbar zu machen. So geschehen mit dem jüngst veröffentlichten TI-Dashboard (deutsch: TI-Armaturenbrett). Ähnlich seinem Pendant hinter dem Lenkrad, das Auskunft über den Zustand des Autos gibt – über Geschwindigkeit, Tankfüllung oder Kühlwassertemperatur –, zeigt das TI-Dashboard, wie sich die Nutzung der Telematikinfrastruktur aktuell darstellt und sich in den vergangenen Monaten entwickelt hat.

Wie stark werden Anwendungen wie das E-Rezept, Elektronische Patientenakte (ePA) oder Kommunikation im Medizinwesen (KIM) eigentlich aktuell genutzt? Und wie stark hat die Nutzung dieser Anwendungen im Lauf der Zeit zugenommen? Das zeigt das TI-Dashboard auf übersichtliche Weise für die vergangenen sechs Monate an. Einmal täglich um 10.00 Uhr werden die Werte aktualisiert. Beispielsweise das E-Rezept: Es wird die bisherigen Rezepte durch einen digitalen Rezeptcode ersetzen und kann per Smartphone oder Ausdruck bei jeder Apotheke eingelöst werden. Mitte Mai wurde es bereits rund 15.000 Mal genutzt. Anfang Januar dieses Jahres waren es allerdings nur 158, die Nutzung hat sich also fast verhundertfacht.

Oder KIM: ein digitales Kommunikationsmittel, eine Art sichere E-Mail, die per Post oder Fax verschickte Arztbriefe oder Befunde ablösen wird. So können Fachärzt:innen in Sekunden wichtige Untersuchungsergebnisse an Hausärzt:innen oder Kliniken schicken. Mitte Mai beliefen sich die versandten Nachrichten auf rund 9 Millionen. Anfang Januar waren es 1,6 Millionen, hier hat sich die Nutzung also mehr als verfünffacht.

Drittes Beispiel: die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Sie ist seit Oktober 2021 verpflichtend, allerdings nur, wenn in der Arztpraxis die technischen Voraussetzungen dafür vorhanden sind. Eine Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter 5.300 Arztpraxen im Januar 2022 zeigte, dass bisher nur 40 Prozent das neue Verfahren nutzen. Das größte Hemmnis waren demnach Probleme mit dem Versand der eAU über KIM. Allerdings hat sich die Zahl der versandten eAUs seit Januar auf mittlerweile rund 7 Millionen versiebenfacht. Einen Zusammenhang mit der stark gestiegenen Nutzung von KIM zu vermuten, liegt nahe.

Das TI-Dashboard bietet noch weitere Werte und zeigt auf anschauliche Weise, dass die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens sichtlich an Fahrt aufnimmt. Das Tool ist ein schönes Beispiel dafür, wie eine komplexe Materie greifbarer gemacht werden kann. Es ist zugleich auch ein gutes Mittel, Erfolge der Telematikinfrastruktur und ihrer Anwendungen transparent zu machen.


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