FAQ Telematikinfrastruktur: Ihre Fragen, unsere Antworten

Wir haben die häufigsten Fragen zur Telematikinfrastruktur für Sie in einem FAQ zusammengefasst.

FAQ: Fragen und Antworten

Die technische Infrastruktur des Gesundheitswesens muss an das digitale Zeitalter angepasst werden. Ziel der TI ist es dabei, die Patient:innenversorgung zu verbessern, Versorgungs- und Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten und die Souveränität der Bürger:innen bzw. Patient:innen zu stärken. Nach und nach werden dabei alle Akteure des Gesundheitswesens an das Netz der TI angebunden, bis 2026 alle Gesundheitsberufe angeschlossen sind. 

Nutzung der TI

Aktuell ist die Anbindung freiwillig. Bis Januar 2026 müssen jedoch alle Heilmittelerbringer:innen gesetzlich verpflichtend an das System angeschlossen sein. Basis hierfür ist das das DVPMG (Digitale Versorgung- und Pflege-Modernisierungsgesetz). Ab Juli 2026 sollen dann Heilmittelverordnungen nur noch elektronisch über die TI übermittelt werden, sodass eine Anbindung an die Telematikinfrastruktur dann für alle Heilmittelerbringer:innen in jedem Fall notwendig ist.

Ja, bis 2026 müssen alle Berufsgruppen angeschlossen sein.

Der Gesetzgeber sieht eine Verpflichtung für 2026 vor. Sollten Sie sich nicht an die TI anschließen, wären sie bspw. nicht in der Lage zünftig eRezepte für elektronische Heilmittelverordnungen abzurufen. Bei Ärzt:innen besteht bereits eine Anschlusspflicht. Kommen sie dieser nicht nach, müssen die Ärzt:innen mit Honorarabzügen rechnen. Es wird vermutet, dass dies in der Physiotherapie ähnlich gehandhabt werden wird.

Ab 2024 können sich alle weiteren Heilmittelerbringer:innen an die TI anbinden, bevor der Anschluss 2026 verpflichtend wird.

Der Pilotbetrieb umfasst aktuell die Bundesländer NRW, Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In anderen Bundeslädern (z.B. Bayern)ist aktuell noch keine Ausgabe der beiden Ausweise möglich. Ab voraussichtlich Sommer ist die Anbindung dann bundesweit möglich.

Mit der Anbindung an die TI können sie die Anwendung KIM nutzen. Mit KIM sind Sie in der Lage bspw. Patientenberichte vom Arzt elektronisch zu empfangen. eRezepte für Heilmittelverordnungen können aktuell noch nicht elektronisch übermittelt werden.  

Ja, auf jeden Fall! So sind sie schon mit der TI vertraut, wenn diese verpflichtend wird.

Die Verpflichtung zur Anbindung ist im SGB V geregelt wird. Das SGB V bezieht sich ausschließlich auf Gesetzliche Versicherung. Jedoch werden zukünftig auch private Versicherung an die TI angebunden, um die Vorteile der TI nutzen zu können.

Für Arztpraxen und Krankenhäuser ist der Anschluss an die TI bereits seit 2019 verpflichtend. Somit sollten auch die Praxen und Kliniken in Ihrem Einzugsgebiet bereits angebunden sein.

Mit der Beantragung einer KIM-Adresse wird ein entsprechender Eintrag im Verzeichnisdienst hinterlegt, der wie an Adressbuch durchsucht werden kann. So können Ärtz:innen Sie finden. Gerne dürfen Sie aber auch proaktiv auf Ihre Zuweiser zugehen und diese auf Ihre Teilnahme an der TI aufmerksam machen.

In der vollen Ausbaustufe soll die gesamte Kommunikation und der komplette Informationsfluss im deutschen Gesundheitswesen über die TI laufen. Zu diesen Anwendungen zählen beispielsweise das Versichertenstammdaten-Management (VSDM), das E-Rezept, die elektronischen Patientenakte (ePA), Kommunikationsdienste wie „Kommunikation im Gesundheitswesen“, kurz KIM oder dem TI-Messenger, der elektronische Heilberufeausweis (eHBA) und die Notfalldaten.

Die Telematikinfrastruktur ist die Basis des digitalen Gesundheitswesens. Nur wer an die TI angebunden ist, kann deren Anwendungen und Services nutzen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Rezeptkorrekturen schnell und einfach mit dem Arzt oder der Ärztin abgewickelt werden können und Arztbriefe digital empfangen werden können. Da Arztpraxen bereits an die TI angeschlossen sind, haben Sie die Möglichkeit über den Kommunikationsdienst KIM auf Augenhöhe mit Ärzt:innen kommunizieren. Sie können also die Versorgung Ihrer Patient:innen verbessern, da sich Ihr Verwaltungsaufwand reduziert. Der digitale Austausch ist dabei schnell, effizient und strukturiert, die neuesten Technologien der TI garantieren außerdem Datensicherheit. 

Für Sie als Therapeut:in sind dabei TI-Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder das E-Rezept bzw. die elektronische Verordnung besonders interessant: Nach Start dieser Funktionen erhalten Sie unkompliziert Einblick in die die Historie der Patientenakten und können Ihre Praxisprozesse durch den Wegfall der Papier-Verordnungen deutlich verschlanken.

Mit der TI sind Sie also für die Zukunft gerüstet und können Anwendungen wie die ePA nach Freischaltung direkt nutzen.

Die Verbindung zur TI erfolgt über das Internet mit Hilfe eines VPN-Tunnels. Kommt es zu einem Internetausfall oder Systemabsturz innerhalb der Praxis, ist ein Zugang über diesen VPN-Tunnel zur TI nicht möglich. Die nicht abgerufenen Daten sind aber sicher in der TI verwahrt und nach Wiederherstellung der Verbindung weiterhin abrufbar.

Wie arbeitsfähig Sie bei einer Server-Störung sind hängt von Ihrer Praxissoftware ab. Grundsätzlich gilt: alles, was vor Ort (lokal) installiert ist, ist immer auch vor Ort nutzbar. Dienste wie KIM, die sich innerhalb der TI befinden sind bei einer Störung entsprechend eingeschränkt nutzbar. Jedoch ist die TI mittlerweile ein gewachsenes System, das stabil mit einer hohen Verfügbarkeit arbeitet. Ausfälle sind gering.

Die Therapie beginnt mit Besuch eines Patienten oder einer Patientin in der Praxis und ist somit immer möglich. Sollte Ihr:e Patient:in die ePA nicht nutzen wollen, können Sie dann jedoch auf keine oder nur wenige Hintergrundinformationen des oder der betroffenen Patient:in zugreifen.

Hardware und Komponenten

Basis für einen Anschluss an die Telematikinfrastruktur ist ein leistungsfähiger Internetanschluss. Zudem wird ein von der gematik zertifizierter VPN-Dienst benötigt. Das sog. Virtual Private Network sorgt dafür, dass innerhalb des Internets ein sicherer, vom restlichen Datenverkehr abgeschirmter Tunnel zur Telematikinfrastruktur geschlagen wird. Auch eine Praxissoftware (z.B. Optica Viva) wird unerlässlich sein, um digitale Rezepte/Verordnungen zu verarbeiten. 

Der Konnektor verbindet Sie mit dem Gesundheitsnetz der Zukunft. Er stellt, vergleichbar mit einem W-LAN Router einen VPN-Tunnel zur Telematikinfrastruktur her und ermöglicht eine sichere Kommunikation, die vom normalen Internet abgeschirmt ist.

Mit dem elektronischen Heilberufeausweis (eHBA) können Sie sich gegenüber Ärzt:innen und Angehörigen anderer Gesundheitsberufe digital ausweisen und erhalten Zugang zur TI. Der Ausweis hat zusätzlich eine Signier- und Verschlüssenlungsfunktion.

Die SMC-B Karte (Security Module Card Typ B) authentifiziert Ihre Praxis für die Teilnahme an der TI (Institutionsausweis). Sie wird durch die Eingabe eines Pin-Codes freigeschaltet und verbleibt immer im Kartenterminal.

Über das Kartenterminal werden SMC-B Karte, der elektronische Heilberufeausweis und die elektronische Gesundheitskarte eingelesen. 

TI Partner: Mit Optica können Sie schon heute die Chancen der Digitalisierung des Gesundheitswesens nutzen. Denn wir sorgen dafür, dass die Anbindung Ihres Unternehmens an die Telematikinfrastruktur reibungslos läuft – von der gesamten technischen Ausstattung bis hin zum Support im laufenden Betrieb.

Achtung: TI 2.0 ab 2025
Ab 2025 sollen nach Angaben der gematik Hardwarelösungen wir der Konnektor durch Software ersetzt werden, sodass die TI für alle Nutzergruppen zeit- und ortsunabhängig direkt über das Internet verfügbar sein wird – mittels eigener Endgeräte und ohne den Umweg über den Konnektor. In dieser TI 2.0 wird es somit kein zentrales Netz mit physischen Zugangspunkten (Karten, Konnektor) mehr geben. Nutzer:innen können sich dann entweder mit ihrer Karte oder einer „eID“ authentifizieren, um über das Internet Zugang zu den TI-Diensten zu erhalten (auch mobil). Die Vorgaben für dieses „eID-System“ sollen noch dieses Jahr ausgearbeitet werden.

Die Hardware-Komponenten sind unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem, egal ob Windows, Linux oder MacOS.

Grundsätzlich ist ein Endgerät, auf dem die Praxissoftware läuft, ausreichend, um an der TI teilzunehmen. Ob dies nur mit einem Tablet funktioniert ist mit abhängig davon, wie Ihr Praxissoftwareanbieter die Anbindung an die TI in der Software umsetzt. Erkundigen Sie sich hier bitte direkt bei Ihrem Anbieter. Das Kartenterminal wird dabei direkt an den Konnektor angeschlossen, welcher mit dem Internet verbunden ist. Steht der Konnektor in einem Rechenzentrum, wird das Kartenterminal über eine VPN-Verbindung mit dem Konnektor verbunden.

Ja das ist möglich, die Praxis muss lediglich einen SMC-B-Ausweis für eine der beiden IKs beantragen.

Es gibt mobile Kartenterminals, die das Auslesen von Versichertenstammdaten bspw. bei Hausbesuchen ermöglichen. Die Daten können im Gerät zwischengespeichert werden. Später können diese Daten in das Primärsystem übertragen werden. Ihren eHBA benötigen Sie bei einem Hausbesuch in der Regel nicht.

Die Anbindung ohne Konnektor wird frühestens 2025 möglich sein und voraussichtlich ergänzend zum Konnektor funktionieren. Sie können sich also bereits heute mit Konnektor anbinden lassen und zu einem späteren Zeitpunkt um das mobile Nutzungsszenario erweitern, sobald dies möglich ist.

Kartenterminals und Konnektoren können in der Regel weiterverwendet werden, jedoch ist die Lebenszeit des Konnektors durch die Gültigkeit der Zertifikate begrenzt und eine Deregistrierung des VPN-Zugangsdienst erforderlich. Da Ihnen die Ausstattung ohnehin refinanziert wird und sich die Technik im Vergleich zur vorhandenen Hardware ggf. weiterentwickelt hat, empfehlen wir, sich diese auch neu anzuschaffen.

Praxissoftware

Stellen Sie sich selbst die Frage, wann Sie sich an die TI anbinden wollen und klären Sie dann direkt mit Ihrem Softwareanbieter, bis wann diese für eine Anbindung bereit ist. So können Sie abschätzen, ob ein Wechsel sinnstiftend ist, oder sich das Warten lohnt.

Bedenken Sie dabei jedoch, dass Sie aktuell, im freiwilligen Betrieb der TI die Möglichkeit haben, sich langsam und ohne Druck an das System zu gewöhnen und Sicherheit im Umgang mit den Anwendungen der TI gewinnen können. Binden Sie sich also so früh wie möglich an, um Ihre Praxis und Ihre Prozesse schon vor der verpflichtenden Nutzung so einzustellen, dass Sie bereits routiniert im Umgang mit der TI sind und Ihre Praxis in diesem Moment reibungslos weiterlaufen kann.

Dies hängt von der TI-Anwendung ab, die Sie nutzen möchten. KIM kann auch mit einem ganz normalen E-Mail Client genutzt werden, den man entsprechend einrichten kann. Hier ist eine Software nicht zwingend nötig. Bei anderen Komponenten ist es aber gut, wenn man eine Praxissoftware einsetzt. Allgemein gilt: Je integrierter Ihre TI-Anbindung ausgestaltet ist umso besser und einfacher sind die Prozesse handhabbar. Vermeiden Sie das Arbeiten mit verschiedenen Systemen, da so der Arbeitsprozess unterbrochen wird. Zudem wäre dies gegensätzlich zum eigentlichen Nutzungszweck der TI läuft, alle Beteiligten möglichst eng miteinander zu vernetzen.

Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrem Softwareanbieter.

Jedes Praxisverwaltungssystem, das „TI-ready“ ist, ist mit der für die TI notwendigen Hardware kompatibel. Für genauere Informationen wenden Sie Informieren Sie sich hierzu bei Ihrem Hersteller. 

Optica Viva

Optica Viva ist eine cloudbasierte Software, also nur über das Internet erreichbar. Über das mobile Internet (z.B. am Smartphone) können Sie allerdings jederzeit auf die Software mit ihrem mobilen Endgerät zugreifen.

Optica Viva ist leider nicht barrierefrei.

Alle Daten in Optica Viva sind mit einem individuellen Praxisschlüssel verschlüsselt und nur durch die Praxis lesbar. Die Speicherung erfolgt in der Cloud eines deutschen Rechenzentrums für die Dauer der vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen.

Als browserbasierte Software ist Optica Viva unabhängig vom Betriebssystem. Sie benötigen lediglich einen aktuellen Internetbrowser.

Mithilfe der Diktierfunktion Ihres Smartphones ist eine Spracheingabe möglich, ebenso über eine Spracheingabe Ihres Computers, falls vorhanden.

Das Optica TI-Paket

Unsere Leistungen in der Abrechnung sind unabhängig von unserer Dienstleistung zur TI. Sie können somit auch nur die TI über Optica abwickeln. Mit Blick auf die elektronische Verordnung kann es aber zukünftig sinnvoll sein, Abrechnung und TI in eine Hand zu geben.

Die Installation und Inbetriebnahme Ihrer Anbindung werden standardmäßig über einen Videocall mit Fernzugriff abgewickelt. Gerne können Sie jedoch optional gegen Gebühr einen Vor-Ort-Installationsservice zubuchen. Für die Nutzung von Optica Viva ist keine Installation notwendig, da die Software browserbasiert ist. Ein „Praxisschlüssel“ und ein Passwort sind die einzigen Komponenten, die Sie benötigen.

Sofern Sie das TI-Paket über bzw. mit Optica buchen, beziehen Sie Ihren Konnektor über unseren Partner RISE. Da Ihnen die Kosten für den Konnektor durch die Kostenträger erstattet werden, ist der Preis nicht der ausschlaggebende Faktor bei der Entscheidung für oder gegen einen Konnektorenanbieter.

Bei RISE profitieren Sie zudem davon, dass sich der Konnektor im sicheren Rechenzentrum bei RISE befindet, sodass bei Problem sofort darauf zugegriffen werden kann und Sie sich um nichts kümmern brauchen.

Neben RISE sind auch andere Anbieter von Hardware-Komponenten von der gematik zertifiziert. Diese Zertifizierung stellt sicher, dass die Komponenten entsprechende Standards bei Datenschutz etc. einhalten.

Sie schließen für die TI einen separaten Vertrag mit Optica ab, die entsprechenden Beträge werden per SEPA Lastschriftmandat eingezogen. Eine Verrechnung mit unseren Abrechnungsleistungen ist nicht möglich.

Natürlich informieren wir Sie rechtzeitig über wichtige Entwicklungen, wie beispielsweise neuen Förderhöhen o.ä., sodass die TI für Sie so unkompliziert wie möglich nutzbar ist. Eine Erinnerung im Zusammenhang mit dem eHBA schließen wir nicht aus. Die Karten und ihre Laufzeiten werden zudem beim Einstecken in das Kartenterminal vom Konnektor geprüft. Sollte die Ablaufzeit nahen, wird eine entsprechende Warnmeldung ausgegeben.

Datenschutz und Datensicherheit

Alle Server des zentralen Bereichs der TI befinden sich in Deutschland. Genauso verhält es sich mit den Konnektoren der Firma RISE. Diese befinden sich in deutschen Rechenzentren, die von unabhängigen Stellen geprüft und entsprechend zertifiziert werden.

Werden Dokumente bspw. über KIM an andere Leistungserbringer weitergegeben, ist eine Zustimmung des Patienten oder der Patientin erforderlich. Eine Zustimmung ist aber bereits jetzt schon erforderlich, auch für Dokumente oder Abfragen, die nicht über die TI übertragen werden.

Ausweise und deren Beantragung

Der eHBA kann seit Anfang 2022 an die Physiotherapeut:innen ausgegeben werden. Ausgestellt wird dieser vom elektronischen Gesundheitsberuferegister eGBR mit Sitz in Münster.

Alles zum Antragsverfahren finden Sie hier: Wie beantrage ich eHBA und SMC-B Ausweis?

Sowohl der elektronische Heilberufsausweis als auch der SMC-B Ausweis (Praxisausweis) müssen beim elektronischen Gesundheitsberuferegister (eGBR) beantragt werden. Das Antragsverfahren läuft digital ab, der entsprechende Antrag muss über das NRW Serviceportal gestellt werden.

Ja, die Beantragung von eHBA und SMC-B Ausweis läuft für alle Heilmittelerbringer:innen gleich ab.

Bei der Frage ob jede:r Mitarbeiter:in einen  eHBA benötigt, ist das Nutzungsszenario entscheidend. KIM-Nachrichten können beispielsweise auch über den SMC-B Ausweis Ihrer Praxis ver- und entschlüsselt werden. Ein eHBA ist nur dann zwingend notwendig, wenn ein:e Therapeut:in etwas persönlich signieren möchte. Zusammengefasst braucht jede Praxis also mindestens einen eHBA, um den SMC-B Ausweis zu beantragen. Ob dieser eHBA im Alltag ausreicht oder jede:r Therapeut:in einen eigenen eHBA benötigt kann jede Praxis individuell entscheiden.

Der Praxisausweis SMC-B ist nicht personengebunden, hier reicht ein Ausweis pro Praxis aus. Der eHBA ist personengebunden und dient auch als Sichtausweis. Er ist nicht übertragbar.

Die Beantragung eines Praxisausweises für eine der IKs ist ausreichend. Sollten Sie Therapeut:innen aus verschiedenen Berufsfeldern in Ihrer Praxis beschäftigen gilt dies jedoch nicht.

Je nach Fachanwendung wird in der Regel ein SMC-B-Ausweis (Praxisausweis) ausreichen. Möchten Sie allerdings die ePA eines oder einer Podologie-Patient:in bearbeiten, ist es sinnvoll, dies auch mit dem Praxisausweis, den Sie für ihre Podologie-IK beantragt haben, zu tun.

Die elektronische Verordnung

Nein. Es ist ein Anschluss an die TI notwendig, um eRezepte abzurufen.

Bei den Apotheken wird das E-Rezept im Moment ausgerollt. Bezüglich der elektronischen Verordnung lässt sich noch kein konkreter Zeitplan nennen. Hier befindet sich die gematik aktuell noch in der Entwicklungsphase, in welche die Heilmittelerbringer:innen eingebunden werden.

Dieser Prozess wurde durch die gematik noch nicht spezifiziert und wird aktuell noch erarbeitet. Heilmittelerbringer:innen sind in diesen Prozess eingebunden.

Dieser Prozess wurde durch die gematik noch nicht spezifiziert und wird aktuell noch erarbeitet. Heilmittelerbringer:innen sind in diesen Prozess eingebunden.

Kosten, Refinanzierung und Förderung

Da für die Teilnahme an der TI eine bestimmte Ausstattung angeschafft werden muss, entstehen hier Kosten für die Heilmittelerbringer:innen. In der Physiotherapie ist die Kostenübernahme zwischen Berufsverbänden und GKV-Spitzenverband verhandelt worden, entstehende Kosten werden Ihnen nach Anschluss an die TI erstattet. Dabei gehen Sie jedoch in Vorleistung.

Mit Inkrafttreten des TSVG (Terminservice- und Versorgungsgesetz) ist festgelegt, dass die jeweiligen Berufsverbände die Refinanzierung des TI-Zugangs für Ihre Berufsgruppe mit dem GKV-Spitzenverband verhandeln. Dies ist für beispielsweise Arztpraxen oder Pflegebetriebe bereits abgeschlossen, hier werden die Kosten vollständig erstattet.

In der Physiotherapie wurde ebenfalls eine Kostenübernahme ausgehandelt: TI: das ist die Finanzierungsvereinbarung für Physiotherapeut:innen

Dies wurde vom GKV-Spitzenverband und den Physiotherapieverbänden so ausgehandelt.

Die Komponenten müssen in einem solchen Fall nicht doppelt angeschafft werden, es können mehrere sog. „Mandanten“ aufgeschaltet werden. Auch an einem Konnektor können mehrere Kartenterminals angedockt werden. Im Weiteren ist dann abhängig von Ihren Örtlichkeiten, wie viele Kartenterminals Sie in Klinik und Praxis benötigen.

Die einmalige Förderhöhe beläuft sich bei 1-3 vollzeitäquivalenten Therapeut:innen auf 3.732,35 Euro. Monatlich kommen 95,88 € an. Hinzu kommt in beiden Fällen eine Umsatzsteuer von 19%.

Die Förderungen zur Refinanzierung werden, genau wie die Rahmenverträge von den jeweiligen Berufsverbänden mit den Kostenträgern verhandelt. Somit wird es für jede Berufsgruppe eine separate Vereinbarung geben. Die im Webinar genannten Fördersummen gelten nur für die Physiotherapie.

Die Förderung ist unabhängig von Ihrem Umfeld. Sobald Sie Zugang zu TI haben und die Dienste nutzen können, sind Sie berechtigt die Förderung zu beantragen. Ob Sie die Dienste tatsächlich in Anspruch nehmen, hat keinen Einfluss auf Ihren Anspruch auf Erstattung.

Die Beantragung der Hardwarekomponenten für den TI-Anschluss kann einmalig erfolgen und muss spätestens bis zum Ende des Quartals beantragt werden, nachdem Sie sich angeschlossen haben. Vorhandene Hardwarekomponenten (Konnektor, Kartenterminal), die Sie ggf. übernehmen können nicht erneut gefördert werden. Eine Praxissoftware ist ebenfalls nicht Teil der Förderung. Die Kostenübernahme der laufenden Kosten können Sie quartalsweise beantragen so lange und sobald Sie an der TI angeschlossen sind.

Das ist richtig. Erhöht sich die Anzahl der angestellten Vollzeittherapeut:innen stehen der Praxis möglicherweise zusätzliche Kartenterminals zu (§ 2 Abs. 1 TI-FinV). 

Hier müssten die jeweiligen Anteile auf Ebene der Vollzeit-Berechnung berücksichtigt werden. Entsprechend ergeben 5 Angestellte a 0,2 eine Vollzeitstelle.

Die Abrechnung ist in § 6 der Vereinbarung geregelt. Dort heißt es unter § 6 Abs. 4: „…spätestens bis zum 15. des dritten Monats des auf das Abrechnungsquartal folgenden Quartals“.

KIM

Heilmittelerbringer:innen werden stufenweise an die TI angeschlossen werden. Für Physiotherapeut:innen wird dies mit Ausgabestart des eHBA ab 2022 Realität. Alle anderen Heilberufe können sich ab 2024 anschließen. Sobald angeschlossen sind alle bereits gestarteten Anwendungen der TI (z.B. KIM) sofort nutzbar. Die optimierte TI 2.0 soll ab 2025 starten.

Die Chipkarte ihrer Patient:innen ist für die Nutzung von KIM nicht notwendig, lediglich die SMC-B Karte wird für das Versenden einer KIM-Nachricht benötigt. Für Rezeptkorrekturen ist also keine Anwesenheit des Patienten notwendig.

Für Arztpraxen und Krankenhäuser ist der Anschluss an die TI bereits seit 2019 verpflichtend.

Der oder die Mitarbeiter:in hat auch die Möglichkeit, eine KIM-Mail im Namen der Praxis zu versenden und benötigt hierzu ausschließlich die SMC-B-Karte.

Die gematik

Die Therapeut:innen (Gesundheitsfachberufe und Gesundheitshandwerker) werden durch Marianne Frickel und Andreas Pfeiffer (alternierend) im Beirat vertreten.

Sonstiges

In unserem Wissenswert-Bereich finden Sie viele hilfreiche Artikel rund um die TI, auch zu den Voraussetzungen oder dem Anbindungsprozess.