Telematikinfrastruktur: Ihre Fragen, unsere Antworten

Auf Social Media, in unserem TI-Infoservice und zuletzt auf der therapie in Hamburg haben wir Sie dazu aufgerufen, uns Ihre Fragen rund um die Telematikinfrastruktur zu stellen. Damit Sie auch von den Fragen Ihrer Kolleg:innen profitieren können, haben wir alle Fragen, die uns erreicht haben, in einem FAQ zusammengefasst.

FAQ: Fragen und Antworten

Die technische Infrastruktur des Gesundheitswesens muss an das digitale Zeitalter angepasst werden. Ziel der TI ist es dabei, die Patient:innenversorgung zu verbessern, Versorgungs- und Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten und die Souveränität der Bürger:innen bzw. Patient:innen zu stärken. Nach und nach werden dabei alle Akteure des Gesundheitswesens an das Netz der TI angebunden, bis 2026 alle Gesundheitsberufe angeschlossen sind. 

Bis Januar 2026 müssen alle Heilmittelerbringer:innen gesetzlich verpflichtend an das System angeschlossen sein. Basis hierfür ist das das DVPMG (Digitale Versorgung- und Pflege-Modernisierungsgesetz). Ab Juli 2026 werden dann Heilmittelverordnungen nur noch elektronisch über die TI übermittelt, sodass eine Anbindung an die Telematikinfrastruktur dann für alle Heilmittelerbringer:innen in jedem Fall notwendig ist. Für andere Gesundheitsberufe wie Ärzt:innen oder Apotheker:innen ist der Anschluss bereits verpflichtend.

In der vollen Ausbaustufe soll die gesamte Kommunikation und der komplette Informationsfluss im deutschen Gesundheitswesen über die TI laufen. Zu diesen Anwendungen zählen beispielsweise das Versichertenstammdaten-Management (VSDM), das E-Rezept, die elektronischen Patientenakte (ePA), Kommunikationsdienste wie „Kommunikation im Gesundheitswesen“, kurz KIM oder dem TI-Messenger, der elektronische Heilberufeausweis (eHBA) und die Notfalldaten.

Die Telematikinfrastruktur ist die Basis des digitalen Gesundheitswesens. Nur wer an die TI angebunden ist, kann deren Anwendungen und Services nutzen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Rezeptkorrekturen schnell und einfach mit dem Arzt oder der Ärztin abgewickelt werden können und Arztbriefe digital empfangen werden können. Da Arztpraxen bereits an die TI angeschlossen sind, haben Sie die Möglichkeit über den Kommunikationsdienst KIM auf Augenhöhe mit Ärzt:innen kommunizieren. Sie können also die Versorgung Ihrer Patient:innen verbessern, da sich Ihr Verwaltungsaufwand reduziert. Der digitale Austausch ist dabei schnell, effizient und strukturiert, die neuesten Technologien der TI garantieren außerdem Datensicherheit. 

Für Sie als Therapeut:in sind dabei TI-Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder das E-Rezept bzw. die elektronische Verordnung besonders interessant: Nach Start dieser Funktionen erhalten Sie unkompliziert Einblick in die die Historie der Patientenakten und können Ihre Praxisprozesse durch den Wegfall der Papier-Verordnungen deutlich verschlanken.

Mit der TI sind Sie also für die Zukunft gerüstet und können Anwendungen wie die ePA nach Freischaltung direkt nutzen.

Basis für einen Anschluss an die Telematikinfrastruktur ist ein leistungsfähiger Internetanschluss. Zudem wird ein von der gematik zertifizierter VPN-Dienst benötigt. Das sog. Virtual Private Network sorgt dafür, dass innerhalb des Internets ein sicherer, vom restlichen Datenverkehr abgeschirmter Tunnel zur Telematikinfrastruktur geschlagen wird. Auch eine Praxissoftware (z.B. THERALINO) wird unerlässlich sein, um digitale Rezepte/Verordnungen zu verarbeiten. 

Der Konnektor verbindet Sie mit dem Gesundheitsnetz der Zukunft. Er stellt, vergleichbar mit einem W-LAN Router einen VPN-Tunnel zur Telematikinfrastruktur her und ermöglicht eine sichere Kommunikation, die vom normalen Internet abgeschirmt ist.

Mit dem elektronischen Heilberufeausweis (eHBA) können Sie sich gegenüber Ärzt:innen und Angehörigen anderer Gesundheitsberufe digital ausweisen und erhalten Zugang zur TI. Der Ausweis hat zusätzlich eine Signier- und Verschlüssenlungsfunktion.

Die SMC-B Karte (Security Module Card Typ B) authentifiziert Ihre Praxis für die Teilnahme an der TI (Institutionsausweis). Sie wird durch die Eingabe eines Pin-Codes freigeschaltet und verbleibt immer im Kartenterminal.

Über das Kartenterminal werden SMC-B Karte, der elektronische Heilberufeausweis und die elektronische Gesundheitskarte eingelesen. 

TI Partner: Mit Optica können Sie schon heute die Chancen der Digitalisierung des Gesundheitswesens nutzen. Denn wir sorgen dafür, dass die Anbindung Ihres Unternehmens an die Telematikinfrastruktur reibungslos läuft – von der gesamten technischen Ausstattung bis hin zum Support im laufenden Betrieb.

Achtung: TI 2.0 ab 2025
Ab 2025 sollen nach Angaben der gematik Hardwarelösungen wir der Konnektor durch Software ersetzt werden, sodass die TI für alle Nutzergruppen zeit- und ortsunabhängig direkt über das Internet verfügbar sein wird – mittels eigener Endgeräte und ohne den Umweg über den Konnektor. In dieser TI 2.0 wird es somit kein zentrales Netz mit physischen Zugangspunkten (Karten, Konnektor) mehr geben. Nutzer:innen können sich dann entweder mit ihrer Karte oder einer „eID“ authentifizieren, um über das Internet Zugang zu den TI-Diensten zu erhalten (auch mobil). Die Vorgaben für dieses „eID-System“ sollen noch dieses Jahr ausgearbeitet werden.

Heilmittelerbringer:innen werden stufenweise an die TI angeschlossen werden. Für Physiotherapeut:innen wird dies mit Ausgabestart des eHBA ab 2022 Realität. Alle anderen Heilberufe können sich ab 2024 anschließen. Sobald angeschlossen sind alle bereits gestarteten Anwendungen der TI (z.B. KIM) sofort nutzbar. Die optimierte TI 2.0 soll ab 2025 starten.

Da für die Teilnahme an der TI eine bestimmte Ausstattung angeschafft werden muss, entstehen hier Kosten für die Heilmittelerbringer:innen. In anderen Berufsgruppen werden diese an Praxen und Betriebe zurückerstattet, in der Physiotherapie ist die Kostenübernahme noch nicht abschließend geklärt.

Mit Inkrafttreten des TSVG (Terminservice- und Versorgungsgesetz) ist festgelegt, dass die jeweiligen Berufsverbände die Refinanzierung des TI-Zugangs für Ihre Berufsgruppe mit dem GKV-Spitzenverband verhandeln. Dies ist für beispielsweise Arztpraxen oder Pflegebetriebe bereits abgeschlossen, hier werden die Kosten vollständig erstattet. In der Physiotherapie dauern die Verhandlungen zur Kostenübernahme noch an. 

Der eHBA wird ab Anfang 2022 an die Physiotherapeut:innen ausgegeben werden können. Ausstellen wird diesen das elektronischen Gesundheitsberuferegister eGBR. Das Antragsverfahren wird vollständig digital ablaufen und soll möglichst einfach und transparent zu handhaben sein. Ab Ende Oktober startet hierzu eine Pilotphase, in der das Verfahren getestet werden soll. Über die Details zur Beantragung des eHBA beim elektronischen Gesundheitsberuferegister werden wir Sie natürlich informieren, sobald diese von der gematik als koordinierende Stelle entsprechend bekanntgegeben sind.