PRAXISnah: „Wir legen viel Wert darauf, dass sich unsere Mitarbeiter:innen entwickeln und entfalten können"

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: unter diesem Motto geben wir Einblicke in Besonderheiten anderer Praxen. Diesmal mit Ines Scharpf, Physiotherapeutin in Krumbach.

Frau Scharpf, was ist das Besondere an Ihrer Praxis?

Im Prinzip sind wir eine ganz normale physiotherapeutische Praxis auf dem Land. Wir bieten das gesamte Therapiespektrum für alle Patient:innengruppen – mit Ausnahme von Behandlungen von Kindern mit neurologischen Störungen.

Sie führen die Praxis zusammen mit Ihrem Mann. Klappt das?

Das klappt super! Wir haben bereits die Ausbildung zusammen gemacht und waren schon immer ein gutes Team. Vor allem ergänzen wir uns prima: Für alle betriebswirtschaftlichen Dinge ist mein Mann zuständig, während ich eher die Organisation und die Mitarbeiter:innenführung übernommen habe. Und gemeinsam sind wir im Bereich der Entwicklung tätig.

Welche Entwicklungen meinen Sie?

Wir überlegen viel, wie und wohin wir die Praxis weiterentwickeln können. Uns schwebt zum Beispiel vor, nicht nur für unsere Patient:innen hier am Ort der zentrale Ansprechpartner für die Gesundheitsversorgung im Bereich von Bewegung zu sein. Eine Vision von uns ist, interdisziplinär gemeinsam Konzepte zur Lenkung und bestmöglichen Versorgung für die Patient:innen in unserer Region zu erarbeiten und dann auch interdisziplinär anbieten zu können.

Besteht bei Ihren Visionen – und generell bei der Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrem Mann – immer Einigkeit oder geht es dann auch mal etwas kontroverser zur Sache?

Wir haben eine gute Art, Dinge gemeinsam zu besprechen. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung. Aber es geht uns nie darum, wer bei einem Konflikt letztlich Recht hat. Es geht für uns immer nur darum, das Beste für die Praxis, die Mitarbeiter:innen und die Patient:innen im Blick zu haben. Und dann sprechen wir eben so lange darüber, bis wir eine Lösung gefunden haben, die für uns beide in Ordnung ist. Und die Lösung ist dann in der Regel auch kein schlechter Kompromiss, sondern eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Idee, die meistens sogar noch mal besser ist.

Sie sagten eben, Sie wären auch für Mitarbeiter:innenführung zuständig. Was ist Ihr „Geheimrezept“, um ein Dreamteam zu bekommen?

Wir legen viel Wert darauf, dass sich unsere Mitarbeiter:innen entwickeln und entfalten können. Und dass sich jede:r wahrgenommen und wertgeschätzt fühlt. Wenn das richtig funktioniert und wir als Arbeitgeber das auch leben, bildet sich eine Unternehmenskultur heraus, in der das Team harmonisch und einträchtig funktioniert – und dann tatsächlich zu einem Dreamteam wird.

Wie funktioniert das mit der Wertschätzung konkret?

Das fängt mit einem wöchentlichen Obstkorb und Gratiskaffee und -tee an und hört bei einer persönlichen individuellen Weihnachtskarte für alle Mitarbeiter:innen lange noch nicht auf – was bei einem Team von inzwischen 26 Leuten übrigens durchaus Zeit kostet.

Machen Sie auch Team-Events?

Ja, aber die organisiere ich nicht selbst, sondern vom Team gewählte Teamsprecher:innen, die dann von uns zwar ein Budget zu Verfügung gestellt bekommen, aber ansonsten freie Hand bei der Planung haben. Da kommen immer ganz unterschiedliche und tolle Events bei raus.

Wie halten Sie es mit Fortbildungen?

Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Mitarbeiter:innen regelmäßig Fortbildungen machen, die wir dann natürlich auch bezahlen. Eine Besonderheit sind bei uns zusätzliche interne Fortbildungen, die einmal pro Woche in der Arbeitszeit stattfinden. Und dann haben alle Mitarbeiter:innen – ebenfalls wöchentlich – noch eine Einheit von 30 Minuten, in der sie einzeln entweder mit meinem Mann oder mit einer anderensehr erfahrenen Therapeutin patientenorientierte Gespräche führen.

Sind Sie ein Workaholic – auf einer Skala von 1 bis 10?

Wir sind selbstständig, von daher ist es in Ordnung, mehr zu arbeiten als Angestellte. Trotzdem würde ich mir auf der Skala nur eine 3 geben, wenn es schlecht läuft eine 4. Ich kann mich aber auch an eine Zeit erinnern – als wir uns von 100 auf 320 Quadratmeter vergrößert haben und unsere Kinder noch sehr klein waren – da wäre ich sicherlich eher oben auf der Skala zu finden gewesen.

Wie ist es Ihnen gelungen, da wieder runterzukommen?

Geholfen hat uns zum einen die Zusammenarbeit mit Elithera, einem Netzwerk für Therapiezentren, bei dem wir seit einigen Jahren Lizenzpartner sind. Hier bekommen wir ganz viel Unterstützung gerade bei betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Dingen, die ja nun einmal nicht die Kernkompetenz von Therapeut:innen sind. Zum anderen hat auch die Auseinandersetzung mit Fragen wie „Was ist uns wirklich wichtig im Leben?“ dabei geholfen, auf unsere persönliche Balance zu achten.

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