Zwischen Pflicht und Chance: Verbände erklären, warum sich die TI-Anbindung jetzt lohnt

Verbände empfehlen Heilmittelpraxen, die TI-Anbindung jetzt anzugehen. Warum sich der Einstieg schon vor 2027 lohnt und welche Vorteile die Digitalisierung bringt.

Telematikinfrastruktur digitale Identitäten


Die Pflicht zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) kommt, doch viele Heilmittelpraxen zögern den Schritt hinaus. Verbände raten, sich jetzt auf den Weg zu machen: Arbeitsprozesse zu digitalisieren, eine Praxisverwaltungssoftware einzuführen und sich eingehend zu informieren.

Vom Zukunftsthema zur Notwendigkeit im Praxisalltag

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Anbindung an die TI nimmt Fahrt auf, wenn auch langsamer als ursprünglich politisch gewünscht. Laut dem elektronischen Gesundheitsberuferegister (eGBR) haben bis Ende Februar 2026 beispielsweise 9.217 Physiotherapiepraxen, 2.142 Ergotherapiepraxen und 1.930 logopädische Praxen einen Institutionsausweis (SMC-B) beantragt. Gemessen an der Gesamtzahl der Praxen in Deutschland sind das jedoch kaum mehr als 20 Prozent. Die Politik hatte ursprünglich deutlich höhere Anbindungsquoten schon vor dem Jahr 2027 erwartet, doch die Fristen zur TI-Pflicht wurden verschoben: unter anderem wegen technischer Herausforderungen und um den Praxen mehr Zeit für die Digitalisierung mit echtem Mehrwert zu geben. Denn ihren vollen Nutzen entfaltet die TI für Heilmittelerbringer:innen erst mit der Einführung der eVerordnung. Die verpflichtende TI-Anbindung für Heilmittelerbringer:innen ist aktuell für Oktober 2027 vorgesehen, während die elektronische Verordnung (eVerordnung) voraussichtlich 2028 flächendeckend eingeführt werden soll. Spätestens dann wird die TI vom Zukunftsthema zur Notwendigkeit im Praxisalltag.

Zwischen Aufschub und Aufbruch: Viel Aufwand, wenig Nutzen

Verbände beobachten, dass Praxen unterschiedlich mit der gewonnenen Zeit umgehen. Stephan Olbrich, dbl-Bundesvorstand, verweist auf den Rückgang der Beantragungen des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) seit Bekanntgabe der Fristverschiebung und stellt fest, dass viele das Thema auf die lange Bank schieben: „Vermutlich sind die Praxisinhaber:innen durch ihre Arbeit an den Patient:innen und am Schreibtisch schon mehr als ausgelastet und haben eigentlich keine Kapazitäten für das Thema TI-Anbindung. Und natürlich fällt es oft schwer, Routinen, die jahrelang praktiziert wurden, zu verändern.“ Irini Tsangaveli, Vorstandsmitglied im Deutschen Verband Ergotherapie (DVE) stellt fest: „Auf der anderen Seite nutzen Praxen die Fristverschiebung auch konstruktiv, um ihre internen Arbeitsprozesse zu digitalisieren, bevor sie den Schritt zur TI-Anbindung vollziehen.“ 

Bereit für die TI mit Optica Viva

Um die Funktionen der TI nutzen zu können, benötigen Sie eine TI-fähige Softwarelösung. Optica Viva ist schon heute bereit und integriert verfügbare Anwendungen direkt in die Software: KIM ist die bislang einzige TI-Anwendung, die für Heilmittelerbringende verfügbar ist und als eigenes Modul in Optica Viva integriert und sofort nutzbar. Auch weitere Anwendungen wie z.B. die elektronische Patientenakte (ePA) werden sobald verfügbar direkt in die Software integriert.

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Interesse für Digitalisierung an konkreten Nutzen geknüpft

Das Interesse an der Telematikinfrastruktur nehmen die Verbände als hoch wahr. Dabei ist es stark geknüpft an konkrete Nutzungsmöglichkeiten. So bevorzugen immer mehr Ärzt:innen die Kommunikation über den TI-Dienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen). Markus Norys, stellvertretender Vorsitzender von Physio Deutschland, erläutert: „Neben Kommunikationsmöglichkeiten mit Ärzt:innen und der Nutzung der elektronischen Patientenakte wird die elektronische Verordnung im Heilmittelbereich sicher kommen. Wir arbeiten mit der gematik an einer praxistauglichen Lösung und setzen dabei auf eine Reduzierung bürokratische Zeitaufwände in den Praxen.“  Solange die eVerordnung aber noch nicht flächendeckend eingeführt ist, erschließt sich der Mehrwert der TI für viele Praxen im Alltag noch nicht ausreichend. „Den Aufwand der Anbindung empfinden viele Inhaber:innen aktuell in keinem befriedigenden Verhältnis zum Nutzen“, so Irini Tsangaveli. Hinzu kommen strukturelle und organisatorische Herausforderungen: „Viele Praxen verfügen noch nicht über digitalisierte Prozesse, was die technische Integration der TI zusätzlich erschwert“, berichtet sie weiter. Dabei umfasse die Einführung neuer Technik nicht nur die Beschaffung von PCs und Software, sondern auch die Einarbeitung des gesamten Teams, was gerade in kleineren Praxen als Hürde empfunden werde. 

TI-Anbindung in digitalisierten Praxen als nächster logischer Schritt

Der Schritt in die TI ist ein großer. Deswegen ermutigen die Verbände, sich jetzt auf den Weg zu machen: „Wir setzen als Verband auf kontinuierliche Information und kollegialen Austausch in Online- und Präsenzveranstaltungen. Mithilfe unserer Mitgliederberatung durch die Regionalverbände stellen wir außerdem sicher, dass die Kolleginnen und Kollegen direkt unterstützt und informiert werden bei individuellen Fragestellungen“, so Markus Norys. Der DVE sieht den entscheidenden Hebel für die Steigerung der Akzeptanz auf politischer und systemischer Ebene: „Die zügige und reibungslose Einführung der eVerordnung ist aus Sicht des DVE die wichtigste Maßnahme. So wird die TI von einer administrativen Verpflichtung zu einem echten Mehrwert für den Praxisalltag“, so Irini Tsangaveli. Sie empfiehlt den Praxen, jetzt ihre Arbeitsabläufe zu digitalisieren, eine Praxisverwaltungssoftware einzuführen und diese Prozesse im Team einzuüben. Dann werde die TI-Anbindung zum nächsten logischen Schritt und nicht zu einer weiteren Hürde. „Die Erfahrung zeigt: Der größte Aufwand liegt nicht in der TI-Anbindung selbst, sondern in der vorgelagerten Digitalisierung des Praxisbetriebs. Wer diesen Schritt jetzt geht, ist gut vorbereitet für die TI-Anbindung, für die eVerordnung und für die digitale Zukunft insgesamt“, ermutigt sie.

OpticaTI: Ihr einfacher Anschluss an die Telematikinfrastruktur

OpticaTI bindet Sie unkompliziert an die TI an: unser Full-Service-Paket mit bequemer monatlicher Zahlung stellt Ihnen die notwendige Hardware und eine sichere VPN-Verbindung bereit, schließt Ihre Praxis an und unterstützt Sie mit weiteren Serviceleistungen, z.B. bei der Beantragung der Ausweise und der Förderung sowie mit einem  kompetenten Support-Team.

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Auf dem Weg statt auf den letzten Drücker

Die Rahmenbedingungen sind gesetzt, die Technologien verfügbar und die Vorteile zeichnen sich klar am Horizont ab. Stephan Olbrich bringt noch weitere Hebel für eine schnellere TI-Anbindung ins Spiel: „Starke Argumente dafür, sich doch schon jetzt mit dem Thema eingehend zu beschäftigen, könnten finanzielle Anreize sein, beispielsweise ein Rabatt für eine frühzeitige Anschließung oder auch, und das wäre vielleicht noch wichtiger, ein guter Support, der nicht endet, wenn die TI-Anbindung in der Praxis einmal technisch umgesetzt ist, so dass die Praxisinhaber:innen sich gut begleitet fühlen.“ Außerdem gibt er zu bedenken, dass die große Anzahl derjenigen, die vermutlich dennoch erst auf dem letzten Drücker in die TI starten, dazu führen könne, dass die Prozesse im Herbst 2027 mit Verzögerungen, überlasteten Hotlines und einer Menge Frust und Ärger einhergehen. Wer sich jetzt auf den Weg macht, schafft ein stabiles Fundament für weniger Bürokratie, bessere Kommunikation und mehr Zeit für die Patientenversorgung. Die Verbände sind sich einig: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, auf die Datenautobahn einzubiegen.


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