Schaufenster gematik: Blick auf die Digitalisierung

Mit dem TI-Atlas hat die gematik kürzlich eine Publikation zum Stand der Digitalisierung des Gesundheitswesens vorgelegt. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse rund um die Telematikinfrastruktur (TI).

Telematikinfrastruktur Illustration

Verbreitung: viele Heilberufler:innen bereit für die TI

Im Jahr 2021 ist die Zahl der medizinischen Einrichtungen, die über einen Anschluss an die TI verfügen, deutlich gestiegen. Zahnarztpraxen und Apotheken sind fast zu 100 Prozent, Arztpraxen zu 93 Prozent, psychotherapeutische Praxen und Apotheken zu 88 Prozent an die TI angeschlossen. Bereits ein Drittel der Ärzt:innen und Zahnärzt:innen ist mit dem Heilberufsausweis und mindestens einer der TI-Anwendungen wie KIM einsatzbereit. KIM bedeutet Kommunikation im Medizinwesen und macht den Austausch von Gesundheitsdaten per E-Mail sicherer.

Bedenken: vor allem in puncto Datensicherheit

Die Mehrheit der Heilberufler:innen äußert in der Umfrage Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit. Zu beobachten ist allerdings: Je größer die Expertise im Umgang mit der TI und Informationstechnologie (IT) im Allgemeinen ist, desto größer ist auch das Vertrauen in die Sicherheit der Gesundheitsdaten in den verschiedenen Anwendungen. Während beispielsweise 43 Prozent der Ärzt:innen der Datensicherheit der TI insgesamt vertrauen, liegt diese Quote bei IT/TI-Expert:innen mit 77 Prozent wesentlich höher. Durchweg zeigt sich, dass das Vertrauen in die TI an sich höher ist als in ihre Anwendungen, zu denen auch die elektronische Patientenakte (ePA) zählt.

Vertrauen: Wenige Bedenken bei den Versicherten

Die Versicherten haben sich an viele Vorzüge des digitalen Gesundheitswesens bereits gewöhnt. Dementsprechend ist ihr Vertrauen in die elektronische Gesundheitskarte (eGK), die seit Anfang 2015 für gesetzlich Versicherte Pflicht ist, recht groß. 84 Prozent sehen den Zugriff auf die eGK selbst unproblematisch, 77 Prozent vertrauen der Sicherheit ihrer Gesundheitsdaten, die auf der eGK abgespeichert werden. Insgesamt sehen die Versicherten den Datenschutz entspannt: 66 Prozent haben keinerlei Bedenken.

Bekannteste TI-Anwendung: die elektronische Patientenakte (ePA)

Die elektronische Patientenakte ist der Ausgangspunkt für die digitale Anamnese. Auf ihr werden sämtliche gesundheitsbezogenen Daten und Dokumente von Patient:innen gespeichert: von Diagnose über Medikationspläne bis zum Impfpass. Elektronisch ist die ePA, weil sie nur als App auf dem Smartphone existiert. Solche Apps werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen seit Anfang 2021 angeboten, die privaten Versicherungen ziehen in diesem Jahr nach. Unter allen TI-Anwendungen ist die ePA die bekannteste: 94 Prozent der Krankenhäuser kennen sie, 90 Prozent der Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen. Jede dritte Arztpraxis hat sie bereits installiert. Bei den Versicherten ist die Bekanntheit der ePA noch verbesserungswürdig: Nur 22 Prozent kennen sie. Allerdings würden 81 Prozent sie grundsätzlich nutzen.

Besonders gefragt: Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

Mit KIM wird der Austausch von gesundheitsbezogenen Daten per Mail abgesichert. Damit erledigt sich der Versand von Arztbriefen, Befunden oder Verordnungen per Fax oder Post. KIM ist Teil der Praxissoftware und verschlüsselt und signiert jede Nachricht automatisch. Andersherum sorgt KIM beim Empfangenden für die automatische Entschlüsselung der Nachrichten. Beide, Sender und Empfänger, bemerken davon nichts. Dank dieses offensichtlichen und einfach praktischen Nutzens ist KIM ebenfalls sehr bekannt: 85 Prozent der Krankenhäuser, 84 Prozent der Ärzt:innen und fast 80 Prozent der Zahnärzt:innen kennen es. Zur Nutzung bereit steht KIM in knapp einem Drittel der ärztlichen und zahnärztlichen Praxen.

Große Erwartungen: der TI-Messenger

Der TI-Messenger soll quasi das WhatsApp, Signal, Threema oder Telegram für die Gesundheitsbranche werden. Basierend auf dem Übertragungsprotokoll der Open-Source-Stiftung Matrix, ist der Messenger sicher und – besonders wichtig – sorgt für die sogenannte Interoperabilität, die allen anderen Messenger-Apps fehlt: Der Austausch über Sektoren- und Anbietergrenzen hinweg ist möglich. Mittlerweile Standard, wird auch die über den TI-Messenger laufende Kommunikation von Anfang bis Ende verschlüsselt sein, damit Unbefugte die sensiblen Informationen nicht mitlesen können. Gerade dies ist für die zukünftigen Nutzergruppen eine besonders wichtige Eigenschaft. Das sagten beispielsweise 69 Prozent der Krankenhäuser und 68 Prozent der Psychotherapiepraxen


Der TI-Atlas

Der TI-Atlas wird von der gematik herausgegeben, die die TI entwickelt und betreibt. Die vorgestellten Ergebnisse beruhen auf zwei Befragungen, die 2021 zunächst unter 14.220 und dann unter 43.900 Heilberufler:innen durchgeführt wurden. Der TI-Atlas wird fortlaufend aktualisiert: www.ti-atlas.de.

Die gematik ist ein in Berlin ansässiges Unternehmen, an dem mehrheitlich das Bundesministerium für Gesundheit beteiligt ist. Unter den Heilmittelerbringer:innen können sich die physiotherapeutischen Praxen als erste Gruppe an die TI anschließen.


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