Unter vier Augen: "Eine neue Qualität des Arbeitens"
Herr Dr. Kortleben, ottobock.care arbeitet seit Jahresbeginn an drei Standorten mit der Branchensoftware Optica Omnia. Was war der Grund für diesen Schritt?
Dr. Kortleben: An einem Standort haben wir mit einer älteren Branchensoftware gearbeitet, die aktualisiert werden musste. Das haben wir zum Anlass genommen, die Prozesse standortübergreifend zu vereinheitlichen und auf einen zukunftsweisenden technologischen Standard zu heben. Wir wollten eine Lösung, die die Anforderungen der deutschen Hilfsmittelversorgung abbildet und
zu unserer IT-Strategie passt.
Sie sprechen von einem neuen technologischen Standard. Welche Rolle spielt dabei die Cloud?
Dr. Kortleben: Eine sehr große. Unsere Roadmap setzt auf die Ablösung lokaler On-Premise-Installationen durch Cloud-Lösungen. Omnia bringt aus unserer Sicht diese Cloud-Fähigkeit mit und deckt zugleich spezifische Anforderungen des deutschen Gesundheitswesens ab – etwa Vertragswesen, Krankenkassenprozesse und Abrechnung mit allen dazugehörigen technischen Schnittstellen.
Herr Dr. Pfänder, welche Bereiche standen bei der Entwicklung von Omnia besonders im Fokus?
Dr. Pfänder: Im Mittelpunkt standen integrierte, medienbruchfreie Prozesse. Dazu gehören vor allem Dokumentenmanagement, Materialwirtschaft, Schnittstellenfähigkeit und durchgängige Abläufe von der Patientenaufnahme bis zur Abrechnung. Gerade bei größeren Leistungserbringern ist entscheidend, dass sich eine Software in bestehende Systemlandschaften einfügt.
„Wir schaffen einen durchgängigen Prozess von der Patientenaufnahme über Versorgung und Materialwirtschaft bis zur Abrechnung. Medienbrüche und Papierprozesse werden weitestgehend vermieden, unter anderem durch die Digitalisierung des Formularwesens.“
– Dr. Hanno Kortleben, Geschäftsleitung Verwaltung & Prozesse ottobock.care GmbH
Herr Dr. Kortleben, was wird sich im Arbeitsalltag der Mitarbeitenden konkret verbessern?
Dr. Kortleben: Wir schaffen einen durchgängigen Prozess von der Patientenaufnahme über Versorgung und Materialwirtschaft bis zur Abrechnung. Medienbrüche und Papierprozesse werden weitestgehend vermieden, unter anderem durch die Digitalisierung des Formularwesens. Besonders wichtig ist die Arbeit im Außendienst: Unsere Mitarbeitenden sollen digital am Krankenbett oder beim Patienten arbeiten können, ohne Informationen später erneut erfassen zu müssen. Wenn dadurch mehr Zeit für Patienten bleibt, ist das mehr als Effizienzgewinn – es ist eine neue Qualität des Arbeitens.
Herr Dr. Pfänder, welchen Nutzen haben auch kleinere und mittlere Hilfsmittelerbringer von solchen Entwicklungen?
Dr. Jochen Pfänder: Viele Anforderungen großer Leistungserbringer sind auch für kleinere und mittlere Betriebe relevant: weniger Papier, bessere Übersicht, klare Prozesse, integrierte Materialwirtschaft
und zuverlässige Abrechnung. Wenn Omnia in einem anspruchsvollen Projekt weiterentwickelt wird, profitieren auch Betriebe ohne Konzernstruktur, die ihre Prozesse professioneller und effizienter organisieren möchten.
„Wenn Omnia in einem anspruchsvollen Projekt weiterentwickelt wird, profitieren auch Betriebe ohne Konzernstruktur, die ihre Prozesse professioneller und effizienter organisieren möchten.“
– Dr. Jochen Pfänder, Geschäftsführer Optica Abrechnungszentrum Dr. Güldener GmbH
Herr Dr. Kortleben, was bedeutet die Digitalisierung am Ende für die Qualität der Hilfsmittelversorgung?
Dr. Kortleben: Qualität hängt vom Know-how der Mitarbeitenden und ihrer zeitlichen Verfügbarkeit am Patienten ab, aber auch von präzisen, nachvollziehbaren Prozessen. In der Hilfsmittelversorgung arbeiten Orthopädietechnik, Administration, Ärzte und Leistungsträger zusammen. Je besser diese Schnittstellen funktionieren, desto verlässlicher wird die Versorgung. Künftig kommen weitere Bausteine hinzu, etwa Telematikinfrastruktur, eVerordnung und digitale Kommunikation.
Welche digitalen Entwicklungen werden die Branche in den kommenden Jahren besonders prägen?
Dr. Kortleben: Die Branche wird stärker datenbasiert und automatisiert arbeiten müssen. Themen wie KI-gestützte Dokumentation, automatische Rezeptprüfung, digitale Terminvergabe, Patienten-Apps und Prozessanalyse werden wichtiger. Hinzu kommt digitale Fertigung, etwa durch 3D-Scan, CAD/CAM und additive Verfahren. Treiber sind Fachkräftemangel, Kostendruck, regulatorische Anforderungen und Erwartungen der Patienten.
Dr. Pfänder: Entscheidend wird sein, dass digitale Lösungen nicht nur einzelne Aufgaben erleichtern, sondern den gesamten Versorgungsprozess verbinden. Branchensoftware muss stärker integrieren, automatisieren und Betriebe dabei unterstützen, trotz steigender Anforderungen wirtschaftlich und qualitativ hochwertig zu arbeiten.
Optica Omnia: die clevere Software für das Sanitätsfachhandel und Gesundheitshandwerk
Optica Omnia ist eine Branchensoftware, die Sie entlang des gesamten Versorgungsprozesses unterstützt – mit allen Funktionen in einer Software. Das Ergebnis: weniger Programmchaos, mehr Effizienz. Auch dank verschiedenster Schnittstellen zu Programmen wie Rothballer oder medilogic.