Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in Einklang bringen

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit können Hand in Hand gehen. Wo Sie in Ihrer Praxis ansetzen können lesen Sie hier.

Patientin macht Yoga in Physiotherapiepraxis

Verantwortung für Mensch und Umwelt tragen: Schon lange ist der verantwortungsbewusste Umgang mit Umwelt und Gesellschaft Teil des Arbeitslebens – auch in Therapieberufen. Auch wenn Sie bestimmte Rahmenbedingungen Ihrer Arbeit (z.B. Hausbesuche, Hygienevorschriften) nicht beeinflussen können, muss nachhaltiges Handeln nicht an der Schwelle zu Ihrer Praxis enden. 

Wo kann meine Praxis nachhaltiger werden?

Räumlichkeiten und Infrastruktur

Angefangen bei der Auswahl eines grünen Stromanbieters und energieefizienter Geräte gibt es bereits in Ihren Räumlichkeiten einige Möglichkeiten, ressourcenschonend zu arbeiten. Smarte Funktionen, wie beispielsweise ein Bewegungsmelder für die Beleuchtung auf den Toiletten lassen sich ebenfalls einfach umsetzen. 

Geräte bei Nichtgebrauch abzuschalten ist ein weiterer Faktor, der in Ihrem Team selbstverständlich sein bzw. werden sollte, ebenso wie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen beim Lüften und Heizen oder dem Abschalten von Wasser beim Händewaschen. 

Im Inventar Ihrer Praxis bietet es sich zudem an möglichst auf Glas statt Plastik zu setzen, beispielweise wenn Sie Getränke für Ihr Team zur Verfügung stellen und in Personaltoilette und Küche nur noch waschbare Handtücher zu verwenden und auf Papiertücher zu verzichten. 

Therapie und Patient:innen 

In der Therapiesituation sind Sie als Praxis an Hygienevorschriften gebunden, was den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen nicht immer leichtmacht. Trotzdem können Sie beispielsweise etablieren, dass Patient:innen ihr eigenes Handtuch zur Therapie mitbringen und diese dann darauf hinwiesen, es mehrmals zu benutzen. 

Große, wiederbefüllbare Seifenbehältnisse sind ebenso möglich wie die Verwendung waschbarer Nasenschlitztücher. 

In Bezug auf die Wäsche, die Sie in Ihrer Praxis waschen bietet sich ökologisches Waschmittel an, ebenso wie auf die Nutzung eines Trockners möglichst zu verzichten.

Personal

Ihre Mitarbeiter:innen in Teamsitzungen zu für das Thema zu sensiblisieren und sie auf entsprechende Maßnahmen aufmerksam zu machen ist ein wichtiger Faktor für das Gelingen Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie: Ihr Team sollte diese verinnerlichen und auch im Arbeitsalltag anwenden. 

Die Anfahrt zur Arbeit mit Bahn oder Fahrrad ist ein zusätzlicher Punkt, den jede:r Mitarbeiter:in für sich selbst umsetzen kann – ggf. können Sie dies als Arbeitgeber:in auch unterstützen. Physiotherapeut Michael Streicher unterstützt dieses Verhalten sogar bei seinen Patient:innen.

Wenn doch mit dem Auto gefahren wird, zum Beispiel zu Hausbesuchen, sollte die Tour möglichst sinnvoll geplant werden, sodass möglichst wenig CO2-Emissionen entstehen.

Die Chancen der Digitalisierung nutzen

Die Digitalisierung birgt ein großes Potenzial, um Ihre Praxis nachhaltiger aufzustellen. Wer Abläufe digitalisiert und ein modernes Praxisverwaltungssystem (z.B. Optica Viva) nutzt, kann den Papierverbrauch in der Praxis deutlich reduzieren, beispielsweise durch digitales Dokumentieren und eine digitale Patientenakte. Auch Terminerinnerungen können einfach digital versendet werden, genau wie die Protokolle von Teamsitzungen. 

Investitionen in Innovationen sind eine Versicherung und eine Vorsorge für alle und tragen damit zu zentralen Grundsätzen der Nachhaltigkeit bei, nämlich Niemanden zurückzulassen, Zukunftsfähigkeit zu sichern, Generationengerechtigkeit zu ermöglichen und Teilhabechancen zu eröffnen. 

Durch digitale Infrastruktur werden die Abläufe so effektiver, Ressourcen werden geschont und insgesamt wird damit ein nachhaltigeres Wirtschaften möglich. Mit der Telematikinfrastruktur entwickelt sich zudem bereits das passende digitale Netz für das Gesundheitswesen, welches auch die Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten außerhalb Ihrer Praxis (z.B. Ärztinnen und Ärzten) digital ermöglich. Dies ist nicht nur einfach und schnell, sondern auch ressourcenschonend.

Was geht noch?

Abseits der genannten Themenfelder haben Sie natürlich noch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten: zu nennen wäre hier beispielsweise die Kompensation von CO2-Emissionen z.B. durch die Unterstützung von Aufforstung oder Klimaschutzzertifikate. Zu festlichen Anlässen an eine passende Organisation zu spenden oder Patient:innen mit einzubeziehen sind Gedankenanstöße, die Sie sicherlich selbst weitertreiben werden.

Wie wirkt sich das auf die Wirtschaftlichkeit meiner Praxis aus?

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen oftmals Hand in Hand. Der achtsame Umgang mit Energie und Ressourcen kann oftmals Kosten reduzieren, z.B. weil durch energieeffiziente Geräte weniger Strom verbraucht wird oder die Kosten für Papier und Büromaterial eingespart werden, wenn Prozesse digital über Computer oder Tablet abgewickelt werden. Wer nachhaltig und umweltfreundlich agiert, spart aber auch Kosten für Wasser, Verpackungen oder IT-Ausstattung.

Hinzu kommt, dass Sie bei entsprechender Dokumentation Ihrer Nachhaltigkeitsmaßnahmen auch die Chance haben, Fördermittel zu nutzen oder entstandene Kosten steuerlich abgesetzt werden können. Ihr:e Steuerberater:in kann Sie hierbei unterstützen.

Nachhaltiges Arbeiten, bei dem Sie nicht nur ökologische Gesichtspunkte, sondern auch die Belange und Wünsche Ihrer Mitarbeiter:innen einbeziehen, stärkt deren Bindung zum Unternehmen und verhindert Fluktuation. Dies ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein gewichtiges Argument, um die Wirtschaftlichkeit Ihrer Praxis sicherzustellen.

Welche Gründe sprechen noch für nachhaltiges Arbeiten in der Praxis?

Bringen Sie mehr Nachhaltigkeit in Ihre Praxis und kommunizieren dies auch nach außen, so profitieren Sie auch von einem gestiegenen Ansehen bei bestehenden und potenziellen Patient:innen. Neben Ihrer fachlichen Arbeit und ggf. einer Empfehlung durch Zuweiser entscheiden zunehmend auch solche eher weichen Faktoren darüber, welche Praxis potenzielle Patient:innen für Ihre Behandlung auswählen. Das „gute Gefühl“ das Sie Ihren Patient:innen dadurch vermitteln ist nicht zu vernachlässigen. 
 


Auch Optica trägt seinen Teil zu einem ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt bei. Mit dem Start der Initiative „Papierlos Glücklich“ möchten wir dazu beitragen, nicht nur unseren, sondern auch Ihren Papierverbrauch zu reduzieren. Deshalb arbeiten wir aktuell daran, unseren Kund:innen ihre Abrechnungsunterlagen nicht mehr automatisch per Post zu versenden, sondern ausschließlich digital zur Verfügung zu stellen. Möglich wird das durch das Kundenportal MeinOptica, in dem alle Unterlagen übersichtlich gesammelt zur Verfügung stehen. So entsteht für die Therapeut:innen auch gleichzeitig ein digitales Archiv, in dem alle wichtigen Informationen gesammelt sind. 

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